
Erscheinungsjahr: 2010
Label: Circus Company
Genre: House/ Avantgarde
dOP haben sich durch zahlreiche Veröffentlichungen auf Labels wie Watergate (das gleichnamige Label zum Berliner Club) oder Supplement Facts (u.a. Tiefschwarz, Steve Bug oder Anja Schneider) innerhalb von drei Jahren einen beachtlichen Namen in der französischen House- Szene gemacht. Ihre Liveshows sind für ihre Ausschweifungen und Exzesse berüchtigt. Andererseits agiert das Trio nicht nur als lose Ansammlung von DJ´s und Musikern, die in erster Linie auf Party abzielt, sondern es handelt sich um drei Musiker, die studierte Jazzmusiker sind, die durchaus ein Faible für Klassik und Filmmusik haben und denen der Bandkontext im Vordergrund steht. Wer ein klassisches House- Album erwartet, dürfte von Greatest Hits enttäuscht sein.
In erster Linie gestaltet sich das Album überraschend ruhig und verspielt. Ein gesamtes Sinfonieorchester, sowie zahlreiche exotische Instrumente, drücken den Album ihren Stempel auf. In "1 Gram" treffen klassiche Housebeats auf Filmarrangements und Glockenspiel und verschmelzen zu einer einzigartigen Melange. In "Talk Show" und dem traurigen "Lacylad" formiert man sich zur eigenen Jazzband um, "Assurance Vie" und "Happy Meal" könnten sogar als Tom Waits- Outtakes durchgehen. Im Gegensatz zu Nozé, der einen ähnlichen Ansatz verfolgt, wirken dOP ernster und zuweilen auch trauriger. An Housekrachern mangelt es trotzdem nicht. Zur Ernste des Albums ist "Loveride" mit seinen Fanfaren (!) und harten Beats ziemliches Kontrastprogramm. "No More Daddy" hätte mit seinen Old- School- Techno- Anleihen auch der letzten Martyn- Platte durchaus gut zu Gesicht gestanden. Highlight ist aber das unglaublich coole, nach vorne gehende "New York", das eine lange Nacht in eben dieser Metropole assoziiert. "Final Dive" verarbeitet widerum gekonnt Einflüsse aus Balletten Tschaikowski´s.
dOP ist somit ein sehr liebevoll ausgearbeitetes und vielschichtiges Album gelungen, dass Einflüsse aus House, Chanson, (Bar-) Jazz, Filmmusik und Ballett, sehr homogen miteinenader verbindet, deren Essenz aber immer noch der Beat bleibt und für House- oder Jazz- Fans, die ihren musikalischen Horizont durchaus mal erweitern wollen, eine klare Empfehlung darstellt.


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