
Hurts gelten als das größte Pophänomen 2010. Aus dem nichts, ohne Geld, ohne Perspektive, tüftelten die zwei aus Manchester an ihren Songs, so der Mythos, bis "Wonderful Life" aus dem Nichts auftauchte, in Blogs und Fankreisen heiß gehandelt und als "Next Big Thing" angepriesen worden ist. Dementsprechend ist auch die Erwartungshaltung.
Der Opener "Silver Lining" fängst furios an, steigert sich langsam, um sich in einen Depeche Mode - artigen Refrain zu "Faith & Devotion"- Zeiten hineinzusteigern, grandios, die große Geste hält wieder Einzug im Pop. "Wonderful Life" bewahrt noch grad so die Fassung, die in "Love, Tears & Gold" gar in überschwenglichen Pathos übergreift. Mit "Sunday" und "Stay" gerät man wieder auf den Boden der Tatsachen, aufgrund ihrer Flachheit, das eine mit Discofox- Beat eingekleistert, das andere gar mit schmierigen Chören, die dem ganzen noch den Rest geben. Spätestens da wird es wirklich wiederlich. Das Album kann sich nur noch selber retten. Tut es auch. "Illuminated" landet unweigerlich in emotionale Tears For Fears- Sphären, "Better Than Love" könnte richtig für Flächenbrand in den Clubs sorgen. Der beste Track ist aber das fast schon ausufernde "Devotion" mit Kylie Minogue, das im Refrain beinahe explodiert und mit "The Water" dank der hervorragenden Streicherarrangements seinen Höhepunkt findet. Ja, in manchen Momenten braucht man das.
Wer mit Kitsch, ausufernden Gefühlen und großen Gesten nichts anfangen kann, sollte besser einen großen Bogen um die Platte machen. Irgendwo zwischen Spandau Ballett, A- Ha und Madonna dürfte die Platte seinen wohlverdienten Platz finden. Und das ist nicht mal übel gemeint.


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