Screamo

    Screamo - selten wurde ein Genre so missverstanden wie Screamo (abgesehen von Emo vielleicht). Viele v.a. jüngere Musikfans denken dabei an Metalcore-Bands mit Geschreie. Doch weit gefehlt.

    Screamo beginnt Anfang der 90er Jahre, als das Emo(-core) mit Bands wie Dashboard Confessional oder Jimmy Eat World so langsam vom DIY Bereich und Jugendzentren in den Mainstream abwandert und sich damit von den Urvätern wie Fugazi, Embrace oder Rites Of Spring entfernt.

    Während letztgenannte noch starke Anleihen von Hardcore, Punkrock und eben emotionalem Gesang mit politischen oder auch persönlichen Themen, (aber nicht wie heute unter Emo allgemein verstanden, Liebe und Herzschmerz) verbreiteten, begann man mit Screamo jene Bands von Emo abzugrenzen, deren Songs kaum noch Gesangselemente beinhalteten, sondern sich in Abwechslung von gesprochenen Klagepsalmen und grindcoreähnlichen Geschreie auszeichneten. Auch der instrumentale Anteil variiert nun oft zwischen Indie-Rock in den ruhigen Momenten und chaotischen Elementen, die man sonst in ihrer Brutalität vielleicht vom Grindcore oder Crustpunk her erahnen konnte.

    Somit ist Screamo die Musikrichtung, die den Spagat zwischen ruhigen, beinahe massenkompatiblen Passagen auf der einen und martialischen Krach wagt - grade diese Abwechslungen (die durchaus nicht auf alle Vertreter und Lieder zutrifft) machten dieses "neue" Genre so einzigartig.

    Wie auch die Elterngenres Hardcore oder Punk findet Screamo heute noch meist im Do-It-Yourself-Untergrund in Alternativen Zentren oder besetzten Häusern statt.

    Wie viele Mitglieder der genreübergreifenden Hardcore/Punk-Szene gibt es auch unter den Mitgliedern der Bands einen hohen Anteil an Veganern und Vegetariern und laut Indiepedia beschäftigen sich die düsteren Songtexte v.a. mit
    persönlichen Problemen und Gesellschaftskritik. Ein Hang zum Nihilismus/Dada-Bewegung und Anarchismus lässt sich ausmachen.
    Die meisten Alben und Singles werden noch immer als Vinyl veröffentlicht, viele davon sogar ausschließlich. Hauptsächlich 7"-Singles (aber auch Alben) werden häufig mit befreundeten Bands als Splits herausgebracht, um von der Popularität der jeweils anderen Band zu profitieren oder die hohen Kosten einer Vinyl-Veröffentlichung aufzuteilen.

    Im neuen Jahrtausend kamen weitere Abwandlungen des Screamo-Begriffes v.a. aus der deutschen und europäischen Hardcore-Szene an die Oberfläche. Der Anteil an Geschreie wird zurückgefahren und die Indie-Anleihen hervorgeholt.

    Bands:
    Saetia
    Orchid
    Funeral Diner
    Moss Icon
    pg.99+
    Yage
    Swing Kids
    Indian Summer
    Eaves
    Circle Takes The Square
    Escapado
    Envy
    Raein
    Mihai Edrisch
    JR Ewing
    La Dispute
    Traktor
    Daitro
    Kurhaus
    Kids Explode

    Neue Kommentare Neue Kommentare

    Ben

    Dabei waren die Live so toll :)

    Wolfsheim hat da nüx mit am Hut, so. Und früher gabs alles schon. Gehe zum letzten Beitrag

    Hurts - Happiness

    Ben am 21. October 2010
    Bodennebel

    ich kann mit denen nichts anfangen. wenn ich die hackfresse vom sänger sehe, bekomm ich schon zu... Gehe zum letzten Beitrag

    Hurts - Happiness

    Bodennebel am 21. October 2010
    Ben

    Heute heute heute heute


    Ich freu mich. :) Gehe zum letzten Beitrag

    Hurts - Happiness

    Ben am 20. October 2010

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